Nach dem Rücktritt vom Leasing- bzw. Kaufvertrag gilt Folgendes:

Ist der Leasingnehmer (LN) vom Kaufvertrag wirksam zurückgetreten entfällt automatisch rückwirkend die Rechtsgrundlage des Leasingvertrages.

Der Kaufvertrag und der Leasingvertrag wird nach den Rücktrittsvorschriften der §§ 346, 347 BGB rückabgewickelt.
Der Leasinggeber (LG) muß dem LN die bereits bezahlten Leasingraten und eine etwa geleistete Sonderzahlung (soweit vertraglich vereinbart) vollständig zurückzahlen. Der LG hat weiter dem LN darüber hinaus Zinsen gemäß § 346 Abs. 1 , § 347 Abs. 1 BGB zu zahlen.

Einen Aufwendungsersatz oder Gewinnausfall kann der LG nicht verlangen. Entsprechende Klauseln in allgemeinen Geschäftsbedingungen sind wohl unwirksam.

Der LN muss gegen Erstattung der Leasingzahlungen das Fahrzeug herausgeben und die gezogenen Nutzungen (bisherige Fahrleistung) vergüten, Beschädigungen hat er zu ersetzen.

Hat der LN notwendige Aufwendungen auf das Leasingfahrzeug getätigt hat, wie z. B. Reparaturen und Kundendienste, kann der diese erstattet verlangen. Diese muss er allerdings vom Verkäufer verlangen. Zu diesen notwendigen Aufwendungen gehören auch z.B. Überführungskosten und Rechtsverfolgungskosten.
Die Nutzungsvergütung wird mittlerweile meistens nach der sog. linearen Wertschwundberechnung ermittelt ( Details bei Reinking, Der Autokauf).

Nach dieser Berechnungmethode wird aus dem Bruttokaufpries und der voraussichtlichen Km-Lebensdauer des Fahrzeuges ein Prozentsatz ermittelt, mit dem dann je 1000 km Fahrleistung multipliziert werden.
In der juristischen Fachliteratur wird hier auf einen Wert von 0,4 % – 1,0 % verwiesen (z. B.. Palandt, zu § 346 BGB).
LG setzen hierbei regelmäßig einen Wert von 0,67 % als Mittelwert an. Dieser ist aber im Hinblick auf immer höhere Fahrleistungen sicher überholt.

Diesem Abrechnungswert von 0,67 % liegt eine Gesamtfahrleistung eines Kraftfahrzeuges über einen Lebenszyklus von 150.000 km zugrunde. Der Wert errechnet sich dabei nach der Formel: 100 % x 1.000 : 150.000 km = 0,67 % (siehe oben).

Die zu erwartenden Fahrleistungen variieren aber stark. Für Mittelklasse- und Oberklassefahrzeuge kann durchaus auch mit Gesamtfahrleistungen von 250.000 km – 300.000 km gerechnet werden (OLG München, Urteil vom 16.12.1986 – 13 O 4562/86, abgedruckt in NJW 87, 3012; OLG Karlsruhe, Urteil vom 07.03.2003 – 14 U 154/01, abgedruckt in NJW 2003, 1950; Reinking m. w. N).
Z.B. sind bei 250.000 km Gesamtfahrleistung 0,4 % und bei einer Gesamtfahrleistung von 300.000 km lediglich 0,33 % der Bemessungsgrundlage pro gefahrene 1.000 km anzusetzen.